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Rückblick 2020

Das Jahr 2020 war bisher ein sehr spezielles, was sich definitiv von allen anderen vorherigen abhebt - im positiven sowie im negativen Sinne. Hier kommt eine kleine Zusammenfassung, was bei mir so lief und wie es mir als Sportlerin sowie als Physiostudentin erging.


Im Februar beendete ich mein Physiopraktikum im Alterszentrum in Winterthur, welches ich im 80%-Pensum absolviert habe. Danach ging es für mich direkt ins dreiwöchige Trainingslager nach Südafrika. Ich fühlte mich sehr wohl und habe mich im Vergleich zu den vorherigen Jahren rasch an die Höhenluft von Dullstroom gewöhnt. Leider stolperte ich nach der ersten Woche bei einem Dauerlauf und fiel auf das linke Knie, was mir dann eine Woche lang Beschwerden bereitete und ich nicht nach Plan trainieren konnte. Als die Schmerzen wieder nachliessen und ich wieder gut trainieren konnte, fing sich ein Teil unserer Trainingsgruppe - inklusive mir - eine Lebensmittelvergiftung ein, aufgrund wir einige tage trainingsunfähig waren.

Zur gleichen Zeit stiegen in der Schweiz zum ersten mal die Coronafallzahlen stark an und wir überlegten uns, eine Weile länger in Südafrika zu bleiben, da es zu diesem Moment dort ruhiger schien, als in der Schweiz. Als dann vom Bund die Empfehlung kam, dass alle Schweizer Touristen im Ausland besser nach Hause reisen, buchten wir den Heimflug schnellstmöglich um und flogen am 16. März nach Hause.

In der darauf folgenden Lockdown-Zeit hatte ich Probleme mit meinem Oberschenkel, ich musste einige Wochen Alternativ trainieren. Zum guten Glück konnte ich zu der Zeit bei meinen Eltern wohnen, wo ich Spinningrad und Swimmingpool zur Verfügung hatte. Somit ging es mir da besser als einigen anderen Athleten in der schweren Zeit, welche keinen Zugang zu Ihren gewohnten Trainingsstätten hatten.


Zuerst wurden die Olympischen Spiele um ein Jahr verschoben, danach die Leichtathletik EM in Paris abgesagt.

Der Schock zu Beginn war schon da, ich brauchte einige Tage, um diese Neuigkeiten zu verarbeiten und meine Motivation wieder zu finden, jedoch war ich auch froh um Klarheit.

Mir wurde bald bewusst, dass dieses Jahr für mich ein Vorteil sein kann, denn in diesem Jahr kann ich mich verbessern, mehr trainieren und mehr Erfahrungen sammeln, was mir die Olympiaquali 2021 erleichtern kann. Ich machte mir jedoch vor allem Gedanken um mein Studium und um die Planung der nächsten zwei Jahre. Ich habe extra, ein halbes Jahr freigehalten, damit ich mich für Olympische Spiele und Leichtathletik EM vorbereiten kann und da stand ich plötzlich vor einer gähnenden Leere: Keine Wettkämpfe, keine Trainings, alle Ziele weit weg.

Ich meldete mich bei der ZHAW, dass ich verfügbar wäre und im Falle, dass es mich in irgendeiner Institution in der Physiotherapie braucht, damit ich ein Praktikum absolvieren könnte. Kurze Zeit später stand fest, dass ich als Ersatz für drei Monate im Kantonsspital Baden einspringen kann, einem Ort, wo ich bereits 2018 gearbeitet habe. Für mich bedeutete dies: Weniger trainieren, weniger Fokus auf dem Sport, keine weiteren Trainingslager, doch auch dass ich drei Monate früher mit meiner Ausbildung fertig bin!


Glücklicherweise konnten wir in der Schweiz diesen Sommer doch noch richtig tolle Wettkämpfe bestreiten. Jeder einzelne Wettkampf war speziell, extrem gut organisiert und die Stimmung ging mir jedes einzelne Mal unter die Haut. Für mich fühlte es sich an, als wäre Leichtathletik dieses Jahr wie neu geboren. Die Freude und die Dankbarkeit, trotz Corona zu performen zu können, war unbeschreiblich.


Da dieses Jahr kein Grossanlass mehr auf dem Plan stand und der Fokus mehr auf dem Praktikum als auf dem Sport lag, ging ich mit einer Lockerheit und purer Freude an die Wettkämpfe. Es zeigte sich, als dass sich dieses Mindset positiv auf meine Leistung beeinflusste, mit PB’s in allen Disziplinen, ausser Steeple:

  • 5000m in Wetzikon: 15:44 (PB)

  • 10’000m SM in Uster: Silbermedaille 33:02 (PB)

  • 3000m Steeple in Regensdorf: 9:51

  • 5000m in Bulle 16:10

  • 5000m SM Basel: Silbermedaille (16:33)

  • 1500m SM Basel: Silbermedaille 4:16 (PB)

  • 10 KM SM in Bern: Silbermedaille 32:43 (PB)


Momentan bin ich in meinem letzten Physiopraktikum in einer Privatpraxis in Zürich, bis ich dann im Februar ganz mit dem Studium fertig bin. Bis dahin versuche ich, die kommende Saison (was immer sie wohl bringen wird) bestmöglich vorzubereiten.


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