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4. Rang an der U23 Cross EM

Aktualisiert: 15. März 2019

Am 7. Dezember war es dann endlich so weit, ich reiste ein zweites Mal nach Tilburg (NED). Dieses Mal ging es gemeinsam mit einem 19-köpfigen Team an die Cross Europameisterschaften. Die Vorfreude war riesig, denn ich wusste, dass ich dieses Jahr in guter Form bin. Ich wollte eine bessere Leistung als im Jahr zuvor zeigen, in welchem die Vorbereitung für die Cross EM nicht optimal war.


Die Strecke gefällt mir sehr, da ich schon zwei Mal darauf gelaufen bin. Die Tage vor dem Rennen waren sehr regnerisch. Da der Sandstrand neben dem See das viele Wasser gut aufsaugen konnte, war der Boden zwar nicht sehr tief, dafür nass und ziemlich rutschig.


Ich persönlich fand es sehr schwierig, mein Ziel für diese EM klar zu definieren. Ich konnte meine bisherige Leistung nicht gut einschätzen und wusste nicht, wie ich im Vergleich zur europäischen U23-Spitze stand. Umso dankbarer war ich, dass mein Trainer Michi mir am Abend zuvor klare Anweisungen gegeben hat: Ich soll ein offensives Rennen laufen, denn ich gehöre zur Spitze. Wenn ich bis zum Schluss vorne dabei sei, ist am Ende alles möglich.


Beim Rennen am 9. Dezember lief für mich dann, abgesehen von den letzten Metern, alles wie am Schnürchen. Ich konnte mich nach dem Start bereits an die Spitze begeben und merkte rasch, dass ich mich dort wohl fühlte. Ich kannte die Strecke gut, wusste wo es am besten war zu laufen und keine Läuferin vor mir störte mich. So konnte ich viel wichtige Energie sparen und erhielt einen zusätzlichen Boost vom "so weit vorne Mitlaufen".

So merkte ich gar nicht, wie Runde für Runde weniger Konkurrenz dabei war und als ich auf die letzte Runde einbog und merkte, dass ich auf Rang drei lag, konnte ich dies kaum fassen. Bis zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich immer noch sehr gut. Allerdings kam dann circa 400m vor Ziel der Hammermann. Ich hatte von 0 auf 100 keine Energie mehr in den Beinen und hatte nur noch eins im Kopf: die Bronzemedaille ins Ziel zu bringen. Die letzten paar Meter vor dem Ziel war ich wie gefesselt, ich konnte kaum mehr sehen oder hören. Deswegen konnte ich leider auch nicht mehr reagieren, als die Polin mit einem Endspurt an mir vorbeizog und ich „nur“ als Vierte ins Ziel kam.


Einen Moment lang lag ich im Ziel am Boden und war sehr enttäuscht und realisierte, was gerade passiert war. Die Enttäuschung hielt aber nicht lange an, denn ich bin viel länger vorne mitgelaufen, als ich mir Tage zuvor überhaupt erträumt hätte. Ich bin ein grosses Risiko eingegangen und es hat bis auf den Schluss fast perfekt funktioniert.

Dieses „fast“ gehört leider auch zu unserem Sport. Ich bin froh, bin ich so gelaufen und ich würde es wieder so machen. Der vierte Rang an der U23 EM im Cross ist bis jetzt meine beste internationale Leistung und motiviert mich umso mehr, so weiter zu machen.



Fotos: Daniel Mitchell



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